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Segeln unter 3 Sternen

                             Wir haben für 2026 noch einige Liegeplätze frei! Bei Interesse bitte beim Hafenwart melden!

Flying-Dutchman-WM 2026 in Kiel: Britta und Andreas waren mit GER 181 „NoSinn2Fly” dabei. Foto: Kieler Woche 2026/Sascha Klahn
Flying-Dutchman-WM 2026 in Kiel: Britta und Andreas waren mit GER 181 „NoSinn2Fly” dabei. Foto: Kieler Woche 2026/Sascha Klahn

Britta und Andreas gingen mit ihrem FD GER 181 „NoSinn2Fly“ bei der Weltmeisterschaft im Rahmen der Kieler Woche an den Start. Schon vor der Anreise sorgte ein gebrochener Trailer für Aufregung, doch dank der Unterstützung aus dem Club konnte das Boot rechtzeitig nach Kiel gebracht werden. Am Ende belegten sie bei 76 gestarteten Booten Gesamtrang 33 – ein Ergebnis, mit dem sie angesichts des hohen Wettbewerbsniveaus und der besonderen Umstände sehr zufrieden sind. Hier ist ein interessanter Rückblick auf die WM-Zeit. 

Die Vorbereitung: ein Trailer weniger als geplant

Im Vorfeld der WM haben wir uns entschieden nochmal den Rumpf, Ruder und Schwert des FDs neu machen zu lassen. Also ging unsere NoSinn2Fly noch einmal in die Werft, damit zur WM alles tipptopp ist. Das hat auch wunderbar geklappt – bis zum Rücktransport. Dort brach uns die Deichsel des Trailers. Kurz vor der Abfahrt, wohlgemerkt.

Was folgte, war eine dieser Aktionen, bei der man merkt, wie wir Segler zusammen stehen Trailer vom Club, Unterstützung von Jürgen beim Transport und ein geliehener Slipwagen… dazu jede Menge Tipps und Ratschläge sorgten dafür, dass wir das Boot ruckzuck auf den Anhänger des Kielzugvogels umladen konnten. Und so ging es dann doch noch frohen Mutes Richtung Kiel. Dafür an dieser Stelle: vielen Dank!

Die Vermessung: drei Mal sägen, einmal schleifen

Am 21. Juni stand die Vermessung an. Insgesamt lief sie gut unsere 41 Jahre alte Dame kann - mit nur 1% über dem Mindestgewicht – getrost behaupten in „good shape“ zu sein – aber ganz ohne Handarbeit ging es nicht. Der Spibaum musste gleich dreimal abgesägt werden, bis er endlich im Rahmen lag. Und unser Schwert war an der Unterkante einen Millimeter zu lang. Kein Erbarmen beim Vermesser – das neu lackierte Schwerrt musste noch mal abgeschliffen werden, bis auch das passte.

Ende gut alles Gut – am Abend wurde der letzte Sticker ans Heck geklebt und waren offiziell zugelassene Teilnehmer der Weltmeisterschaft.

Die Eröffnung: Gänsehaut unter dem olympischen Feuer

Am Abend des 23. Juni folgte die Eröffnungsfeier – und die hatte es in sich. Der Start fand unter dem – nicht brennenden - olympischen Feuer von 1972 statt. Anschließend marschierten die 150 Teilnehmer aus zehn Nationen und deren Begleitungen über die Hafenpromenade zur offiziellen Eröffnung der WM. Gänsehaut pur.

Tag 1: Warten. Und dann noch mehr warten.

Der 24. Juni war der Tag der Geduld. Um 10 Uhr gab es AP über 2 – Startverschiebung um zwei Stunden. Dann kam die nächste Verschiebung. Und die nächste. Am Ende des Tages stand AP über A am Mast: keine Wettfahrten. Der Wind hatte einfach nicht mitgespielt.

Tag 2: endlich eine Wettfahrt

Am 25. Juni das gleiche Spiel zum Auftakt – AP über 2, dann Warten. Doch gegen Abend wurden wir von der Außenbahn auf die Innenbahn zur „Seabreeze“ verlegt, und tatsächlich: Wir bekamen eine Wettfahrt hin, bei schwierigen Leichtwindbedingungen.

Um einen Frühstart zu verhindern mussten wir kurz vor dem Start wegkringeln und es blieb nur der Start mit Steuerbordsegel. Auf Steuerbord segelnd mussten wir hochkonzentriert unsere Gegner beobachten und gelegentlich ausweichen, kamen aber ganz passabel durch das Feld durch und konnten dann mit freiem Wind unser geringes Gewicht ausspielen. Wir  arbeiteten uns im Feld weiter nach vorn und konnten auf dem letzten Spikurs noch einige Boote überholen. Am Ende: Platz 30 von 76 Booten. Für uns ein sehr gutes Ergebnis zum Auftakt!

Tag 3: der Tag der drei Wettfahrten

Der 26. Juni war der Tag wie zum Segeln gemacht. Angesagt waren perfekte Bedingungen: erst leichter Wind, dann langsam zunehmend, gegen Abend kräftig bis 5 Beaufort.

Im ersten Lauf des Tages gelang uns erneut kein guter Start – wir waren zu zurückhaltend. Aber der Speed stimmte, unser geringes Gewicht spielte uns erneut in die Karten, und wir arbeiteten konnten uns im vorderen Drittel etablieren. Am Abend zeigte das Tableau Platz 16. Unser bestes Ergebnis der gesamten WM.

Im zweiten Lauf lief es lange ordentlich. Wir lagen gut im Feld – bis uns ein taktischer Fehler unterlief. Zu nah unter der Layline fuhren wir Richtung Tonne 1 und hatten ständig mit Abwind zu kämpfen. Wir blieben viel zu lange in dieser Situation und verloren dabei reihenweise Plätze. Ergebnis: Platz 62. Unser schlechtester Lauf.

Zum dritten Lauf hatte der Wind auf 4 Beaufort zugenommen. Wir trimmten um – und das war goldrichtig. Trotz unseres geringen Gewichts waren wir schnell unterwegs, und vorwind unter Spi konnten wir die Wellen herrlich absurfen. Das macht Laune, und es brachte Plätze, die wir auf der Kreuz nicht immer verteidigen konnten, aber am Ende Platz 49 – bei dem Wind ein Ergebnis, mit dem wir sehr zufrieden waren.

Nach diesem Tag standen wir auf Gesamtrang 33.

Tag 4: Déjà-vu

Der 27. Juni war eine exakte Kopie von Tag 1. Startverschiebung, Warten, Startverschiebung, Warten. Am Abend dann AP über A. Keine Wettfahrten.

Spannende Wettfahrten gab es bei der Flying-Dutchman-WM 2026 in Kiel: Britta und Andreas (GER 181) waren dabei. Foto: Kieler Woche 2026/Christian Beeck
Spannende Wettfahrten gab es bei der Flying-Dutchman-WM 2026 in Kiel: Britta und Andreas (GER 181) waren dabei. Foto: Kieler Woche 2026/Christian Beeck

Tag 5: der lange letzte Tag

Der 28. Juni ein Wellenbad der Gefühle. Die Startzeit war auf 10 Uhr vorverlegt worden, was für uns Auslaufen um 8:15 Uhr bedeutete. Erschwerend kam hinzu: Wegen Unwetter und Sturm hatten wir den Mast am Vorabend zur Sicherheit gelegt. Das Boot musste also erst einmal komplett wieder aufgebaut werden.

Um 7 Uhr kam dann AP über 1 – die Gewitter waren noch nicht vollständig abgezogen. Um 9 Uhr endlich Delta: Auslaufen.

Der erste Start erfolgte um 11 Uhr. Doch schon auf der ersten Kreuz drehte der Wind so stark, Wir lagen auf der falschen Seite, und der Dreher hatte uns ans Ende des Feldes katapultiert – Doch Glück im Unglück - die Wettfahrt wurde dann abgebrochen.

Dann setzte der Wind aus der entgegengesetzten Richtung ein. Beim ersten Startversuch fuhr das Feld zu früh los, Folge: allgemeiner Rückruf und dann „Black Flagg“.

Mittlerweile hatten wir bemerkt, dass ein leichter Strom Richtung Startlinie viele Boote über die Linie drückte, und hielten uns beim Neustart bewusst weit zurück. Viele hatten es dann aber doch nicht gut genug einkalkuliert: Beim erneuten Startversuch wurden über 30 Boote über die Linie gedrückt – und disqualifiziert.

Der nächste Start gelang. Nach guter Startkreuz lagen wir mittig im Feld, etwa auf Platz 15, und hofften, unser Gesamtergebnis noch einmal zu verbessern. Insgesamt waren keine 40 Boote mehr am Start… „Black-Flagg“ sei dank. Doch dann drehte der Wind erneut und wir fielen auf dem zweiten Spigang zurück, hielten aber trotzdem noch einen guten Platz. Doch dann ließ der Wind weiter nach und dann kamen drei Schallsignale und „N über A“ – Abbruch, heute keine weiteren Wettfahrten… damit war alle Hoffnung dahin sich zu verbessern… aber auch: Wir bleiben 33 für uns ein super Ergebnis.

Fazit

Leider sehr wenige Rennen – der Wind hat es uns nicht leicht gemacht. Dafür aber ein für unsere Verhältnisse unerwartet gutes Ergebnis und eine tolle Erfahrung mit echtem Gänsehautfeeling.